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MAX, Juni 2005: Riad-Fieber in Marrakesch | Von Dorothea Sundergeld |
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Mitten in Marrakesch liegt der Jemaa El Fna. Er ist der berühmteste Marktplatz Afrikas (mindestens) und erfüllt eifrig alle gängigen Orient-Klischees.
Schlangenbeschwörer tröten auf ihre von Überstunden ermatteten Haustiere ein, beleibte verschleierte Frauen malen filigrane Hennamuster auf Mädchenhände, aus dampfenden Kochtöpfen schauen ganze Schafsköpfe hervor. Junge Männer drängeln sich auf Mopeds durch die Menge, die hier und da Kreise bildet, wo eine Bauchtänzerin auftritt oder ein Kräuterheiler mit ans Kinn gebundenem Mikrofon seine Medikamente anpreist.
Wer zum Jemaa El Fna fährt, hört schon von weitem die Trommeln der Gnaoua-Musiker, riecht die fetttriefenden Lammwürstchen auf den Grills der Imbißstände und spürt mit allen Sinnen, das er in Afrika ist. Irgendwann hält das Taxi an und wirft den Ankömmling auf den heißen Asphalt der Oasenstadt, denn in der Medina, der von rosa Mauern eingefaßten Altstadt Marrakeschs, geht es nur zu Fuß weiter.
Das Gepäck landet auf einem Handkarren und der Tourist kann zusehen, wie er mit seinem Koffer und dessen wortkargem Träger Schritt hält. Der lenkt behende über den Platz und verschwindet in den Gassen der Souks, wo einem vor Berber-Teppichen, Baboush-Schuhen und Silber-Schmuck die Augen übergehen. Die Gassen werden zusehends schmaler, dunkler und unbelebter und gerade als man mit schwitzigen Fingern ertastet, ob die Wertsachen noch am erhofften Ort liegen, hält der Karren vor einer unscheinbaren Tür und ein kleines Wunder geschieht Dschamila öffnet die Tür, zeigt ein freundliches Blitzsaubere-Zähne-Lächeln und bittet hinein. Drinnen ist eigentlich draussen. Ein Riad, ein Innenhof mit mosaikverzierten Wänden, ananenstauden und einer Wasserstelle in der Mitte, in der Rosenblätter schwimmen. Wir sind im Riad Enija, einem kleinen, feinen Luxushotel, das früher einmal der Palast eines Seidenhändlers war - und wirklich im Orient angekommen. Wo Reichtum und Schönheit nicht nach außen gezeigt werden, sondern hinterm dicken staubigen Mauern versteckt werden. Der Lärm des Jemaa El Fna dringt hier nicht durch. Im Morgengrauen weckt einen kurz der Ruf des Muezzin, ein paar Stunden später das gleichmäßige Rascheln eines Angestellten, der den Hof fegt. Man öffnet die Augen und sieht ein Kunstwerk von Holzbalkendecke, genug geschnitzt und bemalt um einen Tag Augenfutter zu sein. Darunter ein blau-weißes Mosaik, ein opulent eingerichtetes Zimmer - mehr 1001 Nacht geht nicht.
Riad-Hotels sind der beste Weg, in der Medina zu wohnen. Man ist mitten im hektischen Gewühl der Souks, kann (und sollte) sich verlaufen, um ein paar Schuhe feilschen, kleine Antiquitätenhöker durchstöbern und den Färbern, Drechslern, Schmieden bei ihrer Arbeit zusehen. Immer wenn die Augen und die Füße müde wedrden, verschwindet man hinter der Tür des Riads und hat einen Palast. Bestellt einen süssen Minztee, hört dem Plätschern des Brunnens zu und läßt sich ein paar Insider-Tipps vom Hotelier geben.
Hier geht's zum zweiten Teil von Dorothea Sundergelds Artikel
 | >>> BELLEVUE, Teil 2: Essaouira, Marrakeschs atlantische Schwester : "Riads: Paradiese hinter dunklen Holztoren" von Dr. Bohmanns Artikel in BELLEVUE 6/2006 >>> "Marrakesch ist eine Vorzeigestadt", Interview mit A. Fikrat, Baubürgermeister von Marrakesch : Abdelouahed Fikrat, Chef der Agence Urbaine de Marrakech, ist für die gesamte Siedlungsplanung der Stadt und der Region verantwortlich. Mit BELLEVUE sprach er über seine Visionen. Juni 2006 >>> RTL Exclusiv-Spezial vom 29.Juni 2008, präsentiert von Frauke Ludowig : Intime Einblicke in das Leben bekannter deutscher Aussiedler in Marrakesch >>> Tagesanzeiger Zürich, Oktober 2007: Domizil im Land des Sonnenuntergangs : Zwar lässt sich um die besten Objekte schon lange nicht mehr feilschen, doch auf Marokkos Immobilienbasar sind immer noch viele Altstadthäuschen und Villen zu finden. Anja Martin im Züricher Tagesanzeiger (15.10.2007) >>> Zürcher Tagesanzeiger, Teil 2: Preise für Grundstücke stiegen in kurzer Zeit exorbitant : "Ein Grossteil des Booms im Königreich basiert auf dem lokalen Markt" von Anja Martin >>> Nightlife in Marrakesch - Stand Februar 2009 : Ausgehen, tanzen, clubben >>> Essen und Trinken in Marrakesch - Stand Januar 2009 : Tips für Kurzreisende >>> WELT am SONNTAG, Juli 2006: Marokkos Medinas locken Europäer : Marktexperten erwarten in dem arabischen Land einen Immobilienboom wie in Spanien. Reformen des Königs erleichtern den Kauf. Von Susanne Ziegert >>> WELT am SONNTAG, Teil 2: Viele Käufer weichen mittlerweile in die Hafenstadt Tanger aus : Tanger rüstet sich - Fes günstig - Agadir und Umland reizvoll. Von Susanne Ziegert
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