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| Romantische Hotels in Marokko |
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Teil 3: Marokko - ein herausragender geostrategischer Standort |
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Peter Schöllhorn: Schlüsselfigur ist der König? Ohne ihn investierten Ausländer verhaltener? O.Kirner: Unter seinem Vater Hassan haben nur Avantgardisten gekauft. M6 schafft Vertrauen, er ist nicht nur König und oberster Befehlshaber der Streitkräfte, sondern auch Gebieter der Gläubigen. Sein Volk verehrt ihn. Potentatentum oder Despotismus, worunter die meisten Staaten Afrikas leiden, liegen ihm fern. Das hat er auch nicht nötig, manche Quellen schätzen sein ererbtes Vermögen auf 20 Milliarden Dollar. Ich glaube, er will als der Mann in die Weltgeschichte eingehen, der Marokko zur Drehscheibe macht. Er will Orient und Okzident, Afrika und Europa, Tradition und Moderne in seinem Land vereinen. Dieses Ziel geht er vorsichtig und überlegen an. So lässt er beispielsweise die familienrechtliche Gleichstellung der Frau von seinem Religionsministerium begründen. Er verkauft diese Reform also als Neuinterpretation des Koran und nicht als demokratische Massnahme. Im ganzen Land werden hunderttausende von Sozialwohnungen gebaut. Ich kenne Bergregionen im Atlas, die man nur per 4-stündigem Eselsritt erreichen kann. Trotzdem stehen da seit neuestem Schul-Container für die Kinder.
Historisch, geografisch und soziodemografisch findet M6 außerdem gute Voraussetzungen vor: das Königreich ist seit Jahrtausenden mit Südeuropa verstrickt und nur 20km vom spanischen Festland entfernt, es kontrolliert die Durchfahrt vom Atlantik zum Mittelmeer und verfügt über eine junge und immer besser ausgebildete Bevölkerung, die durchweg zwei, wenn nicht drei Sprachen spricht.
Peter Schöllhorn: ... und sofern keine neuen Attentate, wie das im April letzten Jahres in Casablanca, verübt werden? O.Kirner: Als wir in unserem Immobilienbüro vom Attentat erfuhren, haben wir uns gleich gesagt "jetzt können wir Koffer packen". Erstaunlicherweise gab es jedoch keine Stornierungen von Vorverträgen, weder durch die Privatkundschaft in unserer Agentur, noch durch institutionelle Anleger anderswo: keine der 70 Hotelbaustellen Marrakechs beispielsweise wurde unterbrochen. Lediglich die Urlauberbuchungen gingen kurzzeitig um knapp 10% zurück. Casablanca hat allerdings gezeigt, dass sich die Bevölkerung spontan und entschieden gegen den extremen Islamismus solidarisiert und dass Polizei, Justiz und Vollzug schnell und hart durchgreifen. Eine Woche nach den Attentaten gab es 4.000 Festnahmen und 840 mal U-Haft.
Peter Schöllhorn: Wie sieht es denn überhaupt mit der Sicherheit in Marokko aus? Wird man weiterhin von Straßenhändlern belästigt? O.Kirner: Marokko empfängt 50% weniger Touristen als das sehr viel kleinere und vergleichsweise reizlose Tunesien. Das Fremdenverkehrsministerium hat vor einigen Jahren die Ursachen erforscht und stieß in der Tat auf die "faux guides", die falschen Fremdenführer. Die agierten so penetrant, dass die meisten Besucher des Landes nicht noch einmal kamen. Seither gibt es die "brigades touristiques", eine Art Fremdenpolizei in Zivil, die das "Anbaggern" sofort ahndet. Das funktioniert überall gut, bis auf Tanger, das selbst Südmarokkaner meiden. So lautet ein marokkanisches Bonmot auch "Tanger = Danger". Ansonsten prägen Uniformen landesweit das Bild. Auf jeder Straßenkreuzung und an jeder Dorfeinfahrt stehen Polizisten. Jede Straße wird von Hütern betreut, die nachts auch einen Unterstand aufschlagen und Fahrzeuge und Wohnungen überwachen. Alle Privathäuser beschäftigen einen Hausmeister. Insofern ist das Königreich Marokko ist für mich sicherer als die Schweiz. Ich habe hier vollstes Vertrauen gegenüber all den Hausmeistern, Parkwächtern, Taxifahrern und den "googles", die so heissen, weil sie alles wissen. Auf arabisch heissen sie "muqadem", so eine Art beamtete Blockwarte : sie wissen, wer mit wem und um wieviel Uhr und was für eine Farbe meine Krawatte hatte, bevor ich sie heute morgen abgelegt habe. Und berichten bis zum Innenminister, wenn der sich dafür interessiert. Sozusagen ein flächendeckendes Video-Überwachungssystem, nur mit Menschen.
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